Glühwein et Weihnachten: von Heilmittel bis zum Symbol der festlichen Soziabilität
Die Verbindung des Glühweins (aus dem Deutschen Glühender Wein — „brennendes Wein“) mit den winterlichen und weihnachtlichen Festen scheint unauflöslich und ewig zu sein. Allerdings hat dieser Getränk eine komplexe Evolution von einem apothekerischen Mittel zu einem der Schlüsselattribute des weihnachtlichen städtischen und häuslichen Gemütlichkeit durchlaufen. Seine Geschichte ist die Geschichte der Transformation des Verständnisses von Wärme, Gesundheit und festlicher Kommunikation in der europäischen Kultur.
1. Antike und mittelalterliche Wurzeln: „Wine mit Gewürzen“ als Heilmittel.
Prototypen des Glühweins existierten bereits in der Antike. Die alten Römer mischten Wein mit Gewürzen (wie Nelken, Lorbeerblätter, Kümmel, Ingwer, Muskatnuss) zum Heizen und zur Desinfektion von nicht immer qualitativ hochwertigem Wasser und Wein. Rezepte für erwärmtes Wein mit Gewürzen (Conditum Paradoxum) finden sich im kulinarischen Traktat Apicius „De re coquinaria“.
In der mittelalterlichen Europa, insbesondere in den germanischen Regionen und Skandinavien, wird das heiße, gewürzte Wein zu einem apothekerischen Präparat. Es wurde verschrieben, um die Kräfte zu stärken, die Verdauung zu verbessern, Erkältungen und Melancholie (die für eine Krankheit gehalten wurde) zu behandeln. Das Erwärmen des Weins mit „warmen“ nach ihren humoralen Eigenschaften Gewürzen (Zimt, Ingwer, Nelken, Pfeffer) wurde in der Paradigma der mittelalterlichen Medizin als Methode zur Wiederherstellung des Gleichgewichts der „kalten“ körperlichen Säfte betrachtet. Somit war Glühwein ursprünglich ein funktionales und nicht ein festliches Getränk.
2. Weihnachtliche Anpassung: von Messen bis zum häuslichen Kamin.
Die Transformation des Glühweins in ein Weihnachtssymbol fand im 18. und 19. Jahrhundert statt und ist mit mehreren Prozessen verbunden:
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